









Das ist die Geschichte eines Fehlkaufes.
Im letzten Sommer habe ich einen Cardigan gehäkelt. Von dem Garn blieb extrem viel übrig. Da es sehr voluminös war, kam sofort die Idee, daraus eine große Decke zu häkeln. Vor Jahren habe ich schon einmal eine große Decke hergestellt, aber aus einem dünneren Garn. Das wurde dann ein Zwei-Jahres-Projekt. Dies wollte ich gern zeitlich unterbieten.
So bin ich los gezogen und hab geschaut, was es noch für Farben von diesem Garn gibt. „Losziehen“ hieß aber, im Netz schauen. Im wahren Leben und in einem echten Laden wäre das Folgende nicht passiert. Denn aus einem mir völlig unbekannten Grund habe ich viel zu viel bestellt. Beim Auspacken des Paketes bekam ich einen kleinen Schreck. Es war aber auch nicht so viel, dass sich ein Zurückschicken gelohnt hätte. Ich dachte mir, das verarbeitet sich schnell. … Der nächste Irrtum.
Jo! So ging es los. Ich fing an erste Muster auszuprobieren. Nachdem ich die erste Decke fertig gestellt hatte, wurde mir bewusst, wie ergiebig dieses Garn ist. Es wurde und wurde einfach nicht weniger. So entstanden Hauspantoffeln, ein Türkranz und jede Menge Fehlversuche.
Das Beste aber ist dann heute fertig geworden. Eine sehr wärmende Sofadecke im C2C Muster in schönen sächsischen Streifen: grün und weiß. Dafür hab ich den ganzen Januar gebraucht. Auch, weil es ab der Mitte des Stückes irgendwie langweilig wurde. Aber ich habe durchgehalten und keine zwei Jahre gebraucht. Das Vernähen der Fäden und noch drei Reihen Rand drumherum häkeln hat auch noch einmal gedauert. Nun liegt sie ausgebreitet auf meiner grauen Couch.
Doch, was soll ich sagen. Es ist tatsächlich immer noch etwas übrig. Da muss ich noch mal nachdenken, was ich damit mache. Oh je.
Jetzt, wo ich noch einmal in meinen alten Rechnungen schaue, wundert es mich auch nicht. Es waren fünf Knäule. Jedes Knäuel hat 400 g (!!!) und eine Lauflänge von 1040 m. Wie konnte ich mich so verlesen. Teuer war es zum Glück nicht, da es 100% Polyacryl ist (Gründl Big Mamma) und nicht irgendein handverlesenen selbstgesponnenes Naturgarn. Es ist nicht unbedingt meine Lieblingsgarnqualität, doch ich denke, ich habe das Beste daraus gemacht.